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Naturschutzgebiet Elbinsel Pagensand

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Stand: 27. September 2022

Wellen am Strand bei Tidenhochwasser  Kajaks am Strand  Wellen im Sonnenuntergang  Zollkreuzer 'Rigmor' von Glückstadt  Sonnenuntergang  Kajak am Strand

Pagensand ist eine Insel in der Unterelbe. Die In­sel war ur­sprüng­lich eine Sand­bank, die ab 1900 durch Aufbringen ausgebaggerten Elb­schlicks zur Ver­tie­fung der Fahrrinne ver­grö­ßert und er­höht wurde. Heute ist sie knapp sechs Ki­lo­me­ter lang und bis zu ei­nem Kilometer breit. Die In­sel ist un­be­wohnt.

Schild NaturschutzgebietAm 9. Mai 1997 trat die Lan­des­ver­ord­nung über das Na­tur­schutz­ge­biet "Elbinsel Pa­gen­sand" in Kraft.

Der Landes-Kanu-Verband Schles­wig-Hol­stein e.V. hat sich dafür ein­gesetzt, dass Wassersportler auch wei­ter­hin auf Pa­gen­sand an­lan­den und auf der Insel für eine Nacht kleine Zelte aufschlagen kön­nen. Eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung musste früher für jede Wan­der­fahrt einzeln beantragt werden. Für zwei An­lan­de­stel­len wur­de eine Dau­er­aus­nah­me­ge­neh­mi­gung erteilt, die nach vielen Jahren am 31. Dezember 2020 aus­lief.

Am 11. Juni 2021 teilte die Untere Na­tur­schutz­be­hör­de des Kreises Pin­ne­berg mit, dass die All­ge­mein­ver­fü­gung pro­vi­so­risch bis zum 31. De­zem­ber 2021 ver­längert wurde. Co­ro­na habe vieles verzögert. Man habe sich zu die­ser prag­ma­ti­schen Lö­sung entschieden, damit Was­ser­wan­de­rer sich im rechts­si­che­ren Raum an den An­lan­de­stel­len B und D bewegen können.

Die­se Zwi­schen­lö­sung ist aus­ge­lau­fen und ak­tu­ell müs­sten demnach Über­nach­tun­gen auf Pa­gen­sand im Ein­zel­fall bei der Un­te­ren Na­tur­schutz­be­hör­de des Krei­ses Pin­ne­berg nach § 6 Absatz 2 der Lan­des­ver­ord­nung über das Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand" be­an­tragt und ge­neh­migt wer­den.

Im Info-Faltblatt des Kreises Pinneberg zum Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand" heißt es dazu im Abschnitt "Was­ser­sport im Ein­klang mit der Na­tur": "Eine be­schränk­te Frei­zeit­nutzung ist daher nur auf den ausgewiesenen An­lan­de­stel­len erlaubt. Was­ser­wan­de­rer, die darauf an­ge­wie­sen sind, auf Pa­gen­sand zu über­nach­ten, können eine Nacht ohne Ge­neh­mi­gung an den An­lan­de­be­rei­chen B und D zelten."


Zur Wassersportsaison 2022 sollte nach Auskunft der Un­te­ren Na­tur­schutz­be­hör­de des Krei­ses Pin­ne­berg eine neue All­ge­mein­ver­fü­gung beschlossen und ak­tua­li­sier­te Schil­der auf­ge­stellt sein.

Die Unterelbe ist wegen starker Tidenströmung, Wind, Wel­len und der See­schiff­fahrt kein Ge­wäs­ser für Anfänger!

Im Folgenden informieren wir über die wich­tigs­ten Auszüge aus der Lan­des­ver­ord­nung und die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung zum Zelten.

Bei der Planung von Touren im Bereich der Un­ter­el­be sollte man sich auch beim Ring der Ein­zel­padd­ler / Falt­boot­gil­de e.V. Ham­burg über das nie­der­säch­si­sche Na­tur­schutz­ge­biet "El­be und In­seln" informieren.

Landesverordnung über das Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand"
Auszüge aus ElbPagenNatSchGV SH, Gl.Nr. 791-4-179
§ 3 - Schutzzweck
(1)Schutzzweck ist es, die Natur in diesem Ge­biet in ihrer Gesamtheit dau­er­haft zu er­hal­ten. Insbesondere gilt es
1.die Flachwasserbereiche an der Pa­gen­san­der Ne­ben­el­be als wich­ti­gen Fort­pflan­zungs- und Auf­wuchs­be­reich für Elbfische,
2.das Süßwasserwatt mit seinen Flecht­bin­sen- und Brack­was­ser­röh­richt­ge­sell­schaf­ten,
3.die Strände als Rastplätze für Wat- und Was­ser­vö­gel,
4.die Auwälder und sonstige naturnahe Ge­hölz­be­stän­de,
5.die tidebeeinflussten Priele, die Ge­wäs­ser und Über­schwem­mungs­flä­chen mit den Röhrichten und Hoch­stau­den­rie­dern, Dü­nen­be­rei­che sowie struk­tur­rei­che Stau­den- und Ge­büsch­kom­ple­xe der höherliegenden Sandflächen,
6.die natürliche Dynamik der Elbinsel und
7.die auf diese Lebensräume spe­zia­li­sier­ten cha­rak­te­ris­ti­schen Pflan­zen- und Tier­arten, ins­be­son­de­re die hier brü­ten­den und ras­ten­den Vo­gel­ar­ten, so­wie ihre Ökosysteme zu erhalten und zu schüt­zen.
(3)Soweit es zum Schutz dieses Gebietes und seiner Be­stand­tei­le, ins­be­son­de­re zur Er­hal­tung oder Ent­wick­lung bestimmter, ge­fähr­de­ter Pflan­zen- und Tier­ar­ten und ihrer Le­bens­räu­me er­for­der­lich ist, sind ent­spre­chen­de Schutz- und Ent­wick­lungs­maß­nah­men durch­zu­füh­ren.
:
§ 4 - Verbote
(1)In dem Na­tur­schutz­ge­biet sind alle Hand­lun­gen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Ver­än­de­rung des Na­tur­schutz­ge­bie­tes oder seiner Be­stand­tei­le oder zu einer er­heb­li­chen oder nach­hal­ti­gen Störung führen können. Ins­be­son­de­re ist es ver­bo­ten:
:
16.die Wasserflächen außerhalb der Bun­des­was­ser­straße Elbe mit Was­ser­fahr­zeu­gen aller Art zu be­fah­ren;
17.im Na­tur­schutz­ge­biet zu baden oder mit Tauch­ge­rä­ten zu tauchen;
18.Zelte oder Wohn­wa­gen aufzustellen, Sachen aller Art zu lagern, Feu­er zu machen oder Hunde nicht an­ge­leint mitzuführen;
19.das Na­tur­schutz­ge­biet außerhalb der Wege zu be­tre­ten oder im Na­tur­schutz­ge­biet zu reiten oder zu fahren.
:
§ 5 - Zulässige Handlungen
(1)Unberührt von den Verboten des § 4 blei­ben
:
12.das Anlanden mit kleinen Was­ser­fahr­zeu­gen, der Aufenthalt im Rahmen des Was­ser­spor­tes und das Baden an den bestimmten, örtlich ge­kenn­zeich­ne­ten Ufer­ab­schnit­ten, die in der Über­sichts­kar­te Blatt 4 durch die Buch­sta­ben A bis E ge­kenn­zeich­net und waagerecht schraffiert dargestellt sind;
:
§ 6 - Ausnahmen und Befreiungen
:
(2)Die untere Naturschutzbehörde des Kreises Pin­ne­berg kann im Ein­zel­fall von den Ver­bo­ten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr 18 für die Auf­stel­lung und Benutzung von Zelten durch Wasserwanderer im Rahmen der Be­stim­mun­gen des § 36 Abs. 2 und 3 des Lan­des­na­tur­schutz­ge­set­zes Aus­nah­men zu­las­sen, wenn die da­nach zu­läs­si­gen Hand­lun­gen nicht zu nach­tei­li­gen Stö­run­gen der Pflanzen- und Tierwelt führen können; da­bei sind die Be­stim­mun­gen des § 15 a des Lan­des­na­tur­schutz­ge­set­zes zu be­ach­ten.
:
§ 7 - Ordnungswidrigkeiten
(1)Ordnungswidrig nach § 57 Abs. 1 Nr. 1 des Lan­des­na­tur­schutz­ge­set­zes handelt, wer vor­sätzlich entgegen
:
18. § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 18 Zelte oder Wohn­wa­gen aufstellt, Sachen aller Art lagert, Feu­er macht oder Hunde nicht an­ge­leint mitführt.
:

Strand auf Pagensand

Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung
Kartenskizze der Insel Pagensand mit AnlandestellenDie Kartenskizze zeigt sche­ma­tisch die Insel Pa­gen­sand und die An­lan­de­stel­len A - E (Quelle: An­la­ge zur Lan­des­ver­ord­nung über das Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand"). Für die An­lan­de­stel­len B und D wurde für nicht mo­to­ri­sier­te Was­ser­wan­de­rer eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung zum Über­nach­ten in Zel­ten erteilt. Damit entfällt das bis­he­ri­ge An­trags­ver­fah­ren. Auf der Insel wur­den an diesen beiden An­lan­de­stel­len Hin­weis­schil­der aufgestellt.

Die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung war zuerst bis zum 31. März 2000 be­fris­tet und wurde dann um wei­te­re 10 Jah­re ver­län­gert. Aufgrund der po­si­ti­ven Erfahrungen mit den Wan­der­padd­lern in den letz­ten Jahren wurde die Dau­er­aus­nah­me­ge­neh­mi­gung bis zum 31.12.2020 erteilt und im Juni 2021 erst einmal bis zum 31. Dezember 2021 ver­län­gert.

Viele der Nebenbestimmungen der Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung sind für uns Wasserwanderer Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten. Sicherlich ist es auch möglich, zusammen mit dem ei­ge­nen Abfall auch noch die eine oder andere von der Flut an­ge­schwemmte oder von Tagesbesuchern lie­gen­ge­las­se­ne Ge­trän­ke­do­se oder Plas­tik­fla­sche zu­sätz­lich ein­zu­pa­cken und von der Insel mit­zu­neh­men.

Südspitze von Pagensand
Südspitze von Pagensand
Die Anlandestelle D liegt am südlichen Ende des Sandstrandes

Achtung: Auf Pagensand gibt es viele Zecken!
Eine Zeckenzange sollte auf die Insel mitgenommen werden.

Bitte beachten Sie die dazu Informationen über Zecken und Zeckenstiche
und die Hinweise zur "Vorbeugung" und "Entfernung".


Hier der Text der bisherigen Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung:

Die­se Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung ist am 31. De­zem­ber 2021 aus­ge­lau­fen und ak­tu­ell müss­ten Über­nach­tun­gen auf Pa­gen­sand im Ein­zel­fall bei der Un­te­ren Na­tur­schutz­be­hör­de des Krei­ses Pin­ne­berg nach § 6 Absatz 2 der Lan­des­ver­ord­nung über das Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand" be­an­tragt und ge­neh­migt wer­den.

Im Info-Faltblatt des Kreises Pinneberg zum Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand" heißt es dazu im Abschnitt "Was­ser­sport im Ein­klang mit der Na­tur": "Eine beschränkte Frei­zeit­nutzung ist daher nur auf den ausgewiesenen An­lan­de­stel­len erlaubt. Was­ser­wan­de­rer, die darauf an­ge­wie­sen sind, auf Pa­gen­sand zu über­nach­ten, können eine Nacht ohne Ge­neh­mi­gung an den An­lan­de­be­rei­chen B und D zelten."

Kreis Pinneberg - Der Landrat
als untere Naturschutzbehörde
Moltkestraße 10
25421 Pinneberg
Telefon (04101) 212-381

AUSNAHMEGENEHMIGUNG

Hiermit erteile ich nicht motorisierten Was­ser­wan­de­rern/In­nen für eine einmalige Über­nach­tung die Ge­neh­mi­gung zum Zelten. Die Zelte dürfen nur im Bereich der An­lan­de­stel­len B und D (im Lageplan schwarz schraf­fiert gekennzeichnet) aufgestellt werden

Rechtsgrundlage für diese Genehmigung bil­det der § 6 Abs. 2 der Lan­des­ver­ord­nung über das Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand" vom 9. Mai 1997 (GVOBL. Schl.-H., Seite 306 ff) in Verbindung mit § 36 Abs. 2 und 3 des Lan­des­na­tur­schutz­ge­setzes (LNatSchG) vom 16.06.1993 (GVOBL. Schl.-H., Seite 233) in der derzeit gültigen Fas­sung.

NEBENBESTIMMUNGEN
Gemäß § 107 des Landesverwaltungsgesetzes vom 2. Juni 1992 (GVOBL. Schl.-H., Seite 243 ff) in der derzeit gültigen Fas­sung ergehen die nach­ste­hend auf­ge­führ­ten Ne­ben­be­stim­mun­gen:

a) Befristung
  1. Diese Genehmigung ist befristet bis zum 31. De­zem­ber 2021
b) Auflagen
  1. Der Lagerplatz ist in einem ord­nungs­ge­mäßen Zu­stand zu hin­ter­las­sen. Nach Be­darf sind Abfälle einzusammeln.
  2. Es ist sicherzustellen, dass die Ruhe der Natur und der Naturgenuss nicht durch Lärm (auch laute Mu­sik) oder in anderer Weise gestört wird. Es ist ver­bo­ten, die im nebenstehenden Lageplan kennt­lich ge­mach­ten Anlandestellen und Wege zu ver­las­sen.
c) Hinweise
  1. Hunde sind immer angeleint zu führen.
  2. Offene Lagerfeuer sind verboten.
  3. Bäume, Baumgruppen oder andere Land­schafts­be­stand­tei­le dürfen nicht be­schä­digt oder ver­un­stal­tet werden.
  4. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass Tiere nicht gestört werden.
  5. Diese Genehmigung wird unter dem Vor­behalt des jederzeitigen Widerrufes er­teilt. Weitere Ne­ben­be­stim­mun­gen kön­nen jederzeit hinzugefügt, sowie be­ste­hen­de Ne­ben­be­stim­mun­gen er­gänzt wer­den.
  6. Diese Genehmigung wird unbeschadet der Rechte Dritter erteilt. An­de­re Rechts­vor­schrif­ten bleiben von dieser Ge­neh­mi­gung un­be­rührt. Das Zelten er­folgt auf eigene Gefahr
  7. Zur Vermeidung einer Behinderung des Ka­nu­sports wird diese Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung in dieser Form erteilt. Zu­künf­ti­ge Be­schei­de können andere Re­ge­lun­gen be­in­hal­ten. Insofern ergibt sich für die Un­te­re Na­tur­schutz­be­hör­de des Krei­ses Pin­ne­berg aus diesem Be­scheid heraus keine selbstbindende Wir­kung. Ich weise aus­drück­lich auf die Ver­bo­te des §4 Abs. 1 Zif­fer 1 bis 19 der Lan­des­ver­ord­nung über das Na­tur­schutz­ge­biet "Elb­in­sel Pa­gen­sand" hin.
ORDNUNGSWIDRIGKEIT
Wird gegen die mit dieser Allgemeinverfügung fest­ge­setz­ten Ne­ben­be­stim­mun­gen vor­sätz­lich oder fahrlässig ver­stoßen, handelt es sich um ei­ne Ordnungswidrigkeit ge­mäß § 57 Abs. 1 Ziffer 2 des LNatSchG mit den Folgen ei­ner möglichen Geldbuße bis zu einer Höhe 5.000,- Euro gemäß § 57 Abs. 5 LNatschG.


Informationen
Der Naturschutzbund (NABU) Hamburg betreut mit einer Gruppe Pa­gen­sand das Na­tur­schutz­ge­biet "Elbinsel Pa­gen­sand". Auf einer In­ter­net­sei­te "Pagensand" informiert die Grup­pe mit In­fo­brie­fen über Ent­wick­lun­gen auf der Elb­in­sel.


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www.itzehoer-wasser-wanderer.de


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